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RSSPrint

Workshops "Kirche im ländlichen Raum"

16.08.2019

Da sein - Motivieren - Mitmachen: Beim Fachtag "Kirche im ländlichen Raum" reflektierten Teilnehmende die Mitwirkung von Kirche in der Region

Die Teilnehmenden konnten wählen zwischen "Alternative Nutzugskonzepte", "Daseinsvorsorge und Nachbarschaftshilfe" sowie "Engagement und Teilhabe im Dorf". Den Workshop Alternative Nutzungskonzepte moderierte Marcus Kolodziej, Regionalmanager der LAG Havelland. Er riet dazu, klein anzufangen und Schritt für Schritt vorzugehen.

Der Austausch über "Daseinsvorsoge und Nachbarschaftshilfe" machte deutlich, dass soziale Räume zu öffnen sind. Es gelte, Partner außerhalb des kirchlichen Bereichs zu finden, neue Bündnisse zu schließen - und die kirchliche Verantwortung für die Dorfentwicklung selbstbewusst anzunehmen. Friederike von Borstel (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) und Volker Amrhein (Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung) führten durch die Diskussion. Herausforderungen bestehen vor allem im vorpflegerischen Bereich. Freiwillige für Aufgaben zu finden, die anfallen, wenn Menschen gut älter werden sollen, sei nicht leicht, so die einhellige Meinung.
Einiges ist im Bereich Daseinsvorsorge und Nachbarschaftshilfe gleichzeitig in Bewegung. So machen sich Kirchen wieder auf den Weg, das Bewusstsein für Ihre sozial-diakonische Verantwortung zu schärfen. Klar wurde, dass Daseinsvorsorge sich nicht auf Altenarbeit beschränkt, sondern als Querschnittsthema viele Lebensbereiche betrifft - seien es Dorfläden, familienfreundliche Infrastruktur oder Mehrgenerationenhäuser. 

Auch der Workshop "Engagement und Teilhabe im Dorf" zeigte, wie sehr die Gesellschaft im ländlichen Raum im Umbruch ist. Die Formen des Engagements auch im kirchlichen Bereich verändern sich. Aktive erfahrene Ältere wie Wolfgang Lubitzsch vom Freundeskreis der Garreyer Kirche oder Bernt Renzenbrink (Senior Counsulting Service Diakonie e.V.) verfügen über Zeit und bewährte Strukturen, während  Jüngere entweder rar sind oder beruflich und familiär so stark eingebunden, dass sie konkrete Mitmachmöglichkeiten brauchen, ohne sich "für immer" verpflichten zu müssen.

Dass Menschen sich nicht mehr fraglos jahrzehntelang in einem Verein oder in einer Gemeinde engagieren und projektbezogene Angebote, berichtete z.B. Pfarrer Matthias Stephan. Im Hohen Fläming betreut er acht Gemeinden - und merkt, wie schwierig es sein kann, bei einer älter werdenen Bevölkerung und älter werdenen Gemeindegliedern neue Aktive zu motivieren. Insgesamt würde es helfen, so die Teilnehmenden, wenn das Wissen, das im Ehrenamt entwickelt, nicht mit ausscheidenen Engagierten verschwände, sondern mit einem Handbuch, Wiki, Forum o. Ä. weitergegeben werden kann, auch untereinander. Wer schonmal erfolgreich ein Förderprojekt "durchgeboxt" hat, von der Idee über die Antragstellung und Bewilligung bis hin zur Umsetzung und Dokumentation, kann Neulingen helfen, im persönlichen Gespräch, aber auch mit Berichten, Fotos, Dokumenten. Die Strukturen für eine Vernetzung von Ehrenamt sind, so das Fazit, auch im Bereich Fördermittelengagement noch ausbaufähig.

Den Fachworkshop hat das Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg veranstaltet.

Informationen zum Landeskirchenweiten Intranet zur Vernetzung finden Sie hier.

geändert am 28. August 2019