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RSSPrint

Berlin-Neukölln (Britz): Nachhaltiges Gemeindezentrum

Multieffektives Projekt an der Dorfkirche Britz mit Mitteln aus EFRE

Multieffektives Projekt: Die Evangelische Dorfkirche Britz im Berliner Stadtteil Neukölln hat mit EFRE-Mitteln und Mitteln des Landes Berlin sowie der Landeskirche einen Verbindungsbau zwischen Kita und Gemeinde errichtet. Die gemeinsame Energienutzung und bessere Bewirtschaftung von Kita und Pfarrhaus spart Strom, der CO2-Ausstoß verringert sich um rund zwei Drittel. Das"energetische Zusammenrücken" stabilisiert den Haushalt und fördert so genannte Zufallskontakte.

Die Idee der Synergie ist alt und bewährt: Vor der industriellen Revolution war es üblich, z.B. Bauern-Häuser so zu bauen, dass die Küche das Zentrum des Hauses zugleich Kochstelle und Wärmequelle für das Ganze war. Zusätzlich sorgte das Vieh im Geschoß darunter für Wärme, und das Futter (Heu), das man im Dach lagerte, „dämmte“ zugleich den Wärmefluss. Die Menschen waren es gewohnt, in Zusammenhängen und Kreisläufen zu denken und zu handeln, die sie aus der Natur und deren Vorgängen ableiteten.

In Britz ist das Projekt “Gemeindezentrum an der Dorfkirche“ auf einem Weg, die Prinzipien der Physik und des Geistes zu befolgen. Die Sonne, von Gott gegeben, ist eine der Quellen.

Ein Problem gab es: Wie konnte man die Energie des Sommers, auch bezüglich der Kühlung des ganzen Jahres, auch im Winter nutzbar machen? Mit einem Speicher! Ein großer Beton-Wasserbehälter mit den Rohrleitungen zweier Wärmetauscher löst das Problem. Die Wärmetauscher ermöglichen es, Wärme zuzuführen und im Winter wieder zu entnehmen. All das geschieht auf niedrigem Temperaturniveau und Temperaturgefälle. Eine Gas-Wärmepumpe verdichtet und erhöht hocheffizient das Temperaturniveau, so dass dann aus ca. 12°C warmem Wasser aus dem Erdspeicher 40-50°C Wassertemperatur in den Heizflächen und damit 20°C Raumwärme entstehen. 70 Prozent Biogas sollte Verwendung finden. 100 Prozent CO2-Emission werden auf diesem Weg verdrängt. Einfache Technologien und das Denken im Zusammenhängen sorgen in Britz für einen schöpfungsgemäßen Umgang mit den Ressourcen. Das Haus wird nicht zusätzlich gedämmt, nur wenige Fenster wurden erneuert, und das Haus als Ganzes wird weiterverwendet.

Als Managementsystem dienen eine Gasabsorptionswärmepumpe und ein Eisspeicher. Das Konzept ermöglicht weitestgehenden Verzicht auf die Erneuerung der Fenster und den Verzicht auf den Einsatz eines Wärmedämmverbundsystems. Das kommt partiellen Auflagen des Denkmalschutzes entgegen. Das Projekt wird über eine städtische Förderung der Kitaplätze und durch eine Unterstütztung der Landeskirche mit ermöglicht. Ostern 2018 war alles fertiggestellt. Die Wärmeversorgung ist nun in der Kita (im ehem. Gemeindehaus) für alle Gebäude konzentriert und nutzt Energie aus dem Gebäude und aus Solarenergie. 75 Kitakinder (vorher waren es 60), die Kita-Mitarbeiterinnen und über 200 aktive Gemeindeglieder profitieren vom Umbau.

Vor dem Umbau waren Dorfkirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus am Standort der Dorfkirche von der Kita im Britzer Damm getrennt. Die Wärmeversorgung geschah getrennt.Es galt  die Nutzungen zu verdichten und so die Kommunikation der Gruppen zu verbessern.


Das Projektbeispiel wurde in die Broschüre (Online- und Printversion) "Europa konkret erleben" der EKD aufgenommen (S. 42/43)

Diese Broschüre "Europa konkret erleben" gibt es hier:

www.foerdermittel-ekbo.de/willkommen/downloads-und-bestellungen.html

Letzte Änderung am: 01.07.2020